Donnerstag, 14. September 2017

Die Zeichen stehen auf Abenteuer ...


Man soll diesen Satz ja eigentlich meiden wie der Teufel das Weihwasser, aber ich gehe das Risiko jetzt einfach mal ein: Langsam wird es ruhiger.
Zumindest ruhig genug, um zu realisieren, dass in den letzten Monaten unglaublich viel los war und eine gefühlte Million Dinge passiert sind.
Allem voran, Bücherdinge. Mein erster Roman im Frühjahr und meine erste Anthologie als Co-Herausgeberin, FaRK Trek haben mich schon gewaltig auf Trab gehalten. 

FaRK Trek in voller Pracht

Und das Leben besteht ja bei Weitem nicht nur aus Büchern. Dieses Jahr hat Heldentaten gesehen, einen waschechten Glitzer-Kater, Begegnungen der dritten Art in jeder Hinsicht, zum Glück verdammt viel Musik, Projekt-Wahnsinn und in den letzten Wochen auch noch eine riesige Portion Jetzt erst recht und rettenden Asgard-Irrsinn. 
Gelitten hat, wie es leider immer passiert, wenn sich die Ereignisse überschlagen, der Blog. Kein Nachbericht zu WGT, FeenCon oder, was noch viel schlimmer ist, FaRK. Zumindest noch nicht. Nur, weil ich Monate zu spät dran bin, wird das nicht unter den Tisch gekehrt. Dafür gibt es zu viele schöne Bilder. (Das hier sind nur Schnappschüsse, um die Neugier zu wecken ;-) )

Nicht ganz vier Monate hat 2017 noch. Bis jetzt war das Jahr eine Wundertüte und eine Geisterbahn und entsprechend war von Quietschen bis Kreischen alles dabei. Eins ist es aber noch nicht, nämlich vorbei. Es gibt da noch den einen oder anderen wunderbar verrückten Plan und eins kann ich schon mal verraten: Es hat nicht alles mit Büchern zu tun. 

Also, auf zu neuen Abenteuern! Wenn man die Augen und Ohren offen hält, ist die Welt voll davon.

Loki und Iron Man brechen zur nächsten Mission auf


Mittwoch, 24. Mai 2017

Leipziger Buchmesse 2017 oder auch: Mit „Alice“ im Bücherland

Tatsächlich, es gibt auch hier noch einen Messebericht von der Leipziger Buchmesse. Warum der erst jetzt kommt, hat einen guten Grund: Mit überanstrengten Sehnen, die sich auch irgendwie nicht wieder beruhigen wollen, sollte man nicht zu viel tippen. Ganz ohne Messebericht geht aber auch nicht, schließlich brauchen die vielen Bilder auch einen Kontext. 


 Donnerstag – Es geht endlich wieder los …


In dem Licht wirkt die Glashalle so wunderbar
wie nicht von dieser Welt ...
Am Donnerstag ging es noch verhältnismäßig ruhig los und es war Zeit, um all die Buchmenschen zu begrüßen, die man sonst so selten sieht. Wobei „ruhig“ hier schon relativ ist, denn tatsächlich war auch schon an diesem Messe-Donnerstag gefühlt mehr los als 2016.


Zum Start der LBM gab es bereits das erste Highlight: Ich konnte die Printausgabe meines Debütromans „Alice – Follow the White …“ am Stand des Papierverzierer Verlages endlich in die Hand nehmen. Ich weiß, ich bin da nicht objektiv, aber als Fan von „echten“, also gedruckten Büchern, muss ich sagen – wunderschön ist es geworden, so in dreidimensional :-). Dass ich auch am Donnerstag schon die ersten verkauften Exemplare signieren konnte, hat ebenfalls eine Menge Spaß gemacht. Alice und ich hatten also so gesehen einen schönen Messestart.



Meine "Alice" in bester Gesellschaft - das "Alice-Special" bei Papierverzierer

Die einzige Lesung an diesem Tag, die ich mir anhörte, war die von Anja Bagus, die einen Abschnitt aus „Ätherherz“ las, der mich mal wieder zum Grinsen brachte. Auch wenn man ein Buch schon gelesen hat, bei Lesungen wirkt derselbe Text doch noch einmal ganz anders und es macht richtig Spaß, zuzuhören.

Heutzutage muss man ja darauf hinweisen,
wenn man etwas nicht betatschen kann ...
Spannend war  anschließend der Anblick der neuen Fantasy-Buchhandlung. Erstens zusammengelegt mit Kinder- und Jugendbuch, was mir einfach nicht richtig in den Kopf will, denn so nahe sind sich die Phantastik und die Kinder- und Jugendliteratur einfach nicht, aber das ist eine never ending story für sich. Und dann die Größe von dem Ding. Ich erinnerte mich kurz an die Aussage der LBM, dass LSL spontan für Werkzeugs eingesprungen wäre. Ausgesehen hat das Dings nämlich, als würde man schon seit vielen Monaten fleißig daran planen.

Auf Anhieb wohlgefühlt haben wir uns dafür in der Phantastik-Autoren-Lounge von PAN. Kaffee, Sitzgelegenheiten, eine Insel im Messetrubel. Definitiv sehr schön geworden, vielen Dank für das neue „Autoren-Wohnzimmer“ in Leipzig!

Am Nachmittag war schließlich noch die Preisverleihung des SERAPH, des Jurypreises der Phantastischen Akademie, eine Veranstaltung, bei der es auch viele wahre Worte nicht nur zu Geschichten, sondern zur Lage der Welt im Allgemeinen gab.




Freitag – Kann mal jemand den Kindern die Ohren zuhalten? 



 Das Erste, was mir an diesem Freitag auffiel, war tatsächlich das Wetter. Ernsthaft, die letzte Leipziger Buchmesse war kalt und windig und trüb und absolutes Winterjackenwetter gewesen. Dieses Jahr schien die Sonne auf die Glashalle und man konnte zwischendurch wirklich mal im T-Shirt raus. Klingt jetzt nicht so spektakulär, ist aber tatsächlich ein ganz anderes Gefühl, zumindest für mich :-)


Die Lesung, die wir an diesem Tag nicht verpassen konnten, war Tom Daut, der für die „Amizaras-Chronik“ vorgelesen hat und zwar eine Szene, bei der ganz eindeutig war, dass Fantasy nichts mit Kinderbuch zu tun hat. Ganz ehrlich: Tolle Lesung. Und durchaus spaßig, wobei man sich bei einigen Eltern schon gefragt hat, wieso sie ihren Kindern nicht die Ohren zuhalten.  
Tom Daut bei der Amizaras-Lesung, wie immer mit vollem Einsatz

Stolze Autorin mit Buch im Hintergrund

Weiter ging es damit, Freunde und Bekannte zu begrüßen, die jetzt erst ankamen, und auch mal die eine oder andere etwas längere Unterhaltung zu führen. Nicht unbedingt nur über Bücher, mit Melanie Vogltanz ging es ziemlich lange um unsere jeweiligen Haustiere. Wir haben also tatsächlich auch noch andere Sachen im Kopf, sogar auf einer Buchmesse ;-).

Mit Sandra Baumgärtner und Laurence Horn - wir haben noch Spaß bei der Arbeit :-)



Laurence und der große Buchstaben-Raub
Ist das noch gute Laune oder schon Messewahn?
Abgesehen von mehr Buchmenschen kamen aber auch deutlich mehr Besucher an. Nicht nur am mittlerweile nicht mehr vorhandenen Handy-Empfang, sondern auch an den deutlich volleren Gängen hat man eindeutig gemerkt, dass an diesem Messe-Freitag schon wieder einiges mehr los war als am Donnerstag. Gegen Nachmittag schwirrten schon die ersten Aussagen zum Thema „Besucherrekord“ durch die Gänge. Mittlerweile weiß man: Es war tatsächlich ein Besucherrekord. Laut der offiziellen Seite der Leipziger Buchmesse von insgesamt 260.000 Besuchern im Jahr 2016 auf 285.000 dieses Jahr.




Samstag – Premierenlesung und schlaflos in Leipzig

 

Zugegeben, der Plan war eigentlich, dass der Ausflug ins DarkFlower am Freitag nicht so lang werden sollte. Das Problem war nur: Wenn es eine Sache gibt, von der ich mich noch schwerer losreißen kann, als von einer Geschichte, dann ist das eine Tanzfläche. Also wurde es immer später, bzw. früher, und das Aufwachen am nächsten Morgen mit weniger als vier Stunden Schlaf war … sagen wir mal, spannend.


Es war natürlich unglaublich clever, ausgerechnet am Tag der Premierenlesung  meiner „Alice“ in so einem, diplomatisch ausgedrückt, übernächtigten Zustand zu sein, aber nun gut, man lebt nur einmal und Freitag war der einzige Tag, der zum Feiern übrig geblieben war und Leipzig ohne einen Ausflug in die schwarze Szene – nein. Das geht eindeutig noch weniger, als mit Schlafdefizit zur Premierenlesung.

Die Zeit bis zur Lesung verging dann auch tatsächlich wie im Flug, bzw. zu einem nicht unerheblichen Teil bei PAN, noch ein bisschen hinsetzen, Kaffee trinken und die Ruhe vor dem Sturm genießen.
 

Spätestens kurz vor der Lesung war dann auch genug Lampenfieber im Spiel. Immerhin, erste Lesung aus dem Debütroman ist ja eigentlich schon spannend genug, und dann nicht irgendwo, sondern gleich mal auf der Leipziger Buchmesse.
Kurz vor der Lesung kam mir dann noch ein Besucher mit einem „Keep calm and call the Doctor“-Shirt entgegen. Warum nicht, die Tardis, die während meiner Lesung in der Messehalle landet, das hätte eindeutig was für sich gehabt. Leider hab ich die Telefonnummer nicht.
Bei der Lesung selbst durfte ich mich dann über aufmerksame Zuschauer freuen, die sich nicht einfach von den Besucherströmen um den Verlagsstand herum wegschwemmen ließen. Danke fürs Zuhören! Fast noch schöner als die Lesung selbst war aber, dass hinterher ein paar nette Autorenkollegen richtig angetan von „Alice“ waren, die Lesung toll fanden und sich darüber gefreut haben, dass es doch kein Märchen ist.

Und weil mich dieser Satz von wegen „Es ist ja gar kein Märchen!“, darauf bringt: Nein, ist es nicht. Alice, also die richtige, echte Original-Alice ist nämlich auch kein Märchen und hat mit den Märchen-Konventionen so gut wie nichts zu tun. Es gibt keine berühmten drei Aufgaben oder drei Begegnungen, Alice ist auch nicht das jüngste von drei oder sieben Kindern, das jetzt als sozusagen letzter Versuch die Welt retten muss, Alice hat am Anfang nicht mal eine Quest, sondern sie zieht eher, was in diesem Fall absolut toll ist, planlos ins Wunderland los. Ein Kriterium von Märchen ist übrigens, dass das Wunderbare selbstverständlich ist und keine Verwunderung bei den Figuren auslöst. Heißt für Alice, dass diese Sache mit dem Wachsen und dem Schrumpfen, der Raupe und der Grinsekatze sie völlig kalt hätte lassen müssen. Hat mal jemand mitgezählt, wie oft sich Alice im Wunderland tatsächlich sehr aktiv gewundert hat?
Es gibt zwar sprechende Tiere und die Heldin reift im Prinzip während ihrer Reise, aber damit hören die leichten Gemeinsamkeiten mit Märchen schon auf. Also nein, es ist kein Märchen, sondern offiziell Nonsens. Im besten aller Sinne.
Und meine Alice … ja, da kommen Märchenfiguren vor. Mehr so als Easter Eggs und eben einfach deshalb, weil sie dort wohnen, wo die Reiseroute meiner Figuren entlang führt. Das war auch, gebe ich jetzt einfach mal zu, nie anders geplant.

Ann-Kathrin Karschnick kündigt die Lesung aus Laurence Horns "Rodinia" an
Laurence liest aus seinem Roman "Rodinia"

So, zurück nach Leipzig. Auf einmal war auch der Messe-Samstag schon so gut wie vorbei und was so ein Wort wie „Besucherrekord“ bedeutet, konnte man wunderbar an den Staus sehen, die sich durch abreisende Besucher und Aussteller draußen gebildet hatten. Wahrscheinlich waren da genug Tagesbesucher dabei, aber wenn wirklich alle am nächsten Morgen wiederkommen würden, würde das spannend werden …

Somewhere over the rainbow ... Regenbogen-Suchbild :-)
  

Sonntag –  … und so schnell ist es dann wieder vorbei …


Letzter Tag einer turbulenten Leipziger Buchmesse 2017. So langsam merkt man den Schlafmangel, die vielen Kilometer, die man gelaufen ist, und dass es schon fast wieder vorbei ist und man das doch eigentlich gar nicht will.

Zum Messe-Abschluss musste ich wenigstens mal kurz nach ein paar Messe-Mitbringseln Ausschau halten, denn ganz ohne geht es ja nicht.
Messe-Mitbringsel hieß aber dieses Jahr: Keine Bücher. Einerseits ist das, als würde man sich im Schlaraffenland befinden und darf das ganze Zeug nicht anfassen, aber andererseits habe ich mich geweigert, auch nur ein Buch bei der Messebuchhandlung zu kaufen. Habe ich schließlich vorher schon gesagt und musste mich nun auch dran halten, aber dann ist es mir tatsächlich noch nie so leicht gefallen, keine Bücher zu kaufen. Der nächste Besuch im wunderbaren Drachenwinkel kommt bestimmt und da muss ich dann eine Wunschliste und eine große Tasche mitnehmen :-).

Messe-Sonntage sind was Besonderes, auch im ohnehin schon vorhandenen Messe-Ausnahmezustand. Es sind zwar alle noch voll dabei und noch viele Besucher da, aber man merkt diese leicht melancholische „Alles schon wieder vorbei“-Stimmung. Und spätestens wenn am Nachmittag die Ersten anfangen, abzubauen, ist es schon ein bisschen Heimweh nach dem Bücherzirkus, wenn man eigentlich noch mittendrin ist. 

Mit Elena Ernst am Messe-Sonntag
Den Messe-Abschluss bildete dieses Jahr für uns die „Rausschmeißer-Lesung“ von Mario Steinmetz auf der Fantasy-Leseinsel. Trotz der Uhrzeit fanden sich noch einige gespannte Zuhörer ein und das Durchhalten bis zum Schluss hat sich auch gelohnt.

Tja, Schluss. Ja, das war es tatsächlich schon wieder, die Leipziger Buchmesse. Mit (Achtung, Messe-Insider) Geschichten aus der Besenkammer, Fantasy-Leaks, verdächtigem Wein, Sonne, die albern macht, Schweinkram in der Öffentlichkeit, sehr viel Alice, nicht ganz so viel Depeche Mode und natürlich richtig viel Spaß. 

Und das war es dann schon wieder ...
leichte Melancholie zum Schluss


Messefazit: Man schläft zu wenig, ernährt sich zu sehr von Schokolade, Chips werden zum Allheilmittel, man läuft einen Marathon, von dem man eigentlich nichts merkt, wünscht sich zwischendurch mal den Doctor samt Tardis, redet eine Menge Blödsinn, tüftelt aber auch wunderbare neue Ideen aus (für die man eigentlich keine Zeit hat, aber man muss doch einfach …), hat am Ende keine Stimme mehr und insgesamt kommt da ein (im absolut positiven Sinne) recht fröhlich-verrückter Haufen zusammen. Buchmesse ist Ausnahmezustand und ein ganz eigener Zirkus, aber die meiste Zeit auch der tollste Zirkus der Welt.

Dienstag, 21. März 2017

Leipziger Buchmesse 2017 - der Countdown läuft



Bevor es morgen endlich losgeht ins Bücher-Wunderland oder auch: auf die Leipziger Buchmesse, gibt es hier noch etwas zum Vorfreuen. Gründe zur Vorfreude habe ich dieses Jahr eine ganze Menge. Erstens trifft man jedes Jahr viele wunderbare Buchmenschen in Leipzig. Zweitens gibt es Bücher zum Anschauen und natürlich auch zum Einkaufen, aber der Teil der Messe fällt dieses Jahr weg. Das mag seltsam klingen, aber ich bin fest entschlossen, durchzuhalten. Warum ich auf die Idee gekommen bin, ist eine lange Geschichte, aber denjenigen, die es mitbekommen haben, wird es reichen, wenn ich sage: Mit der LBM sind in den letzten Monaten ein paar Dinge passiert, die ich einfach nicht gut finde. Dass ich jetzt keinen Großeinkauf da mache, wird, sehen wir es mal realistisch, kaum jemanden interessieren. Aber mich interessiert es, besser gesagt, mein Gewissen. Also. Leipzig dieses Jahr ohne Buchmitbringsel. Jede Menge Bücher um sich haben, ist aber auch an sich schon schön. Und niemand hat gesagt, dass ich sie nicht anfassen und betrachten darf :-).


Dann ist da noch der dritte Grund, aus dem für mich die LBM dieses Jahr praktisch Weihnachten ist, ich sage nur: Printausgabe. Ich bekomme meinen Debütroman Alice - Follow the White .... endlich als Print in die schon total gespannt wartenden Finger (auf so einen Erscheinungstag zu warten, kann einen wirklich auf die Folter spannen :-) ). Ich darf sogar auch gleich daraus lesen. Lesungspremiere auf der LBM, das macht mich als Debütautorin ja so gaaar nicht nervös. 




Wie ich hier so zwischen Arbeitszimmer und der zu packenden Tasche herumwusele, denke ich logischerweise auch an die letzte Leipziger Buchmesse. Damals haben wir ziemlich viele Bilder gemacht, in meinem Messebericht (hier lang) aber bei Weitem nicht alle verwendet. Deswegen gibt es hier und heute noch ein paar Schnappschüsse von der LBM 2016 – viel Spaß beim Anschauen, Mitlachen und hoffentlich auch Mitvorfreuen. 

Mjölnir - wer den noch mal weg bewegt?

 
Thor aka Laurence macht sich ans Werk ...
Gar nicht so einfach ...
Geschafft!


Lass mich auch mal probieren.
Geht doch!
Oliver Plaschka mit dem besten Platz


Mittwoch, 15. März 2017

Making-of "Alice - Follow the White ..." Teil 2: Debütroman aus dem Kaninchenbau

Bis hierhin ging es also mit Alice ganz gut. Und dann kam noch ein Schreckmoment am Ende. Auf einmal hatte ich keinen Plan, wie der Schluss jetzt genau ablaufen sollte. Meine Figuren brauchten aber einen Plan, sonst würden Alice, Betty und Chloe kläglich an ihrer Mission scheitern und könnten sich vom Kaninchen sonst was anhören. Das ganze Dings war also in der Rohfassung fast fertig und hat auf einmal gestreikt. Vielen Dank auch, ich hatte mir ja gleich gedacht, dass es eine verdammt blöde Idee war, aber Dummheiten sind eben auch dafür da, dass man sie macht.

Anscheinend musste die Geschichte aber nur mal Luft holen und sich sortieren, jedenfalls hat sie mir dann doch verraten, wie sie endet. Und damit mir dieser Schluss nicht noch mal entwischt (Kaninchenbau und so) habe ich beschlossen, einen Tag lang alles, aber auch wirklich alles, andere auf die Seite zu legen und zuzusehen, dass „Projekt Alice“ endlich fertig wird. Das war dann der zweite Schreibtag mit über 10.000 Wörtern und am Ende war es nicht mal so richtig Nachmittag, Geschichte erledigt, ich erledigt, aber – 30.11.2016, Rohfassung durch, Mission erfüllt. 

So im Nachhinein hatte ich noch nie mit einer Geschichte so wenig Probleme wie mit diesem „Projekt Alice“; das übrigens noch bei Manuskriptabgabe Mitte Dezember keinen Namen hatte. Ob es daran lag, dass ich tatsächlich keine Zeit zum Nachdenken hatte, sondern in Rekordgeschwindigkeit schreiben musste oder vielleicht auch am Soundtrack, keine Ahnung.
Von wegen Soundtrack. Schreiben ohne Musik geht ja gar nicht und die Playlist bei „Alice“ war tatsächlich ein einziges Durcheinander, wie sich das im Wunderland gehört. 

„White Rabbit“, logisch, in unterschiedlichen Versionen: Emiliana Torrini, Pink und die Crüxshadows.

„Sweet Dreams“ in der Version von Emily Browning und „Where is my mind?“ (Yoav featuring Emily Browning). Ohne den Soundtrack von Sucker Punch ging diese Geschichte einfach nicht.

„8th Square“ von den Crüxshadows war noch dabei, da das auf der „Birthday“-Single drauf ist, rutschte „Birthday“ mehrmals dazwischen, was wohl den einen oder anderen Satz noch mal geändert hat …

Und auf einmal auch Korn. „Get up“ lief teilweise in Endlosschleife, von da an ging es dann über zu „Freak on a leash“, „Falling away from me“ und „Alone I break“. Hat sich tatsächlich verdammt gut gemacht. 

Bis jetzt passt das noch alles irgendwie, aber dann kam Within Temptation dazwischen. Nein, eben nicht „Ice Queen“, sondern eine Sammlung von Covern. „Summertime Sadness“ und „Radioactive“ und solche Dinge. Völlig untypisch für mich. Ich weiß auch nicht mehr, wie ich darauf gekommen bin, die zum Schreiben zu hören. Hauptsache, ich weiß, was ich dabei geschrieben habe :-). Auch richtig gut haben sich „And we run“, „Paradise“ und „Utopia“ gemacht, immerhin sind das wirklich Lieder von Within Temptation, nichts mehr mit Pop-Covern. 

Und dann der nächste seltsame Schwenk zu Marilyn Manson, vor allem gegen Ende der Geschichte. „Running to the Edge of the World“, „Coma white“ und Putting Holes in Happiness”, in dem Fall eben nichts mit „Sweet Dreams“.

Schließlich war „Projekt Alice” also fertig und auf und davon und es war im ersten Moment ein sehr seltsames Gefühl. Die Geschichte ist praktisch über meinen Schreibtisch gehuscht, als wäre sie selbst ein weißes Kaninchen, das einen wichtigen Termin hat, was ja auch nicht ganz falsch ist. Nach den paar Wochen habe ich fast erwartet, dass eben der besserwisserische Fellball noch schlaue Kommentare von sich geben müsste, und ohne das Geschnatter von Alice, Betty und Chloe war es auf einmal so ruhig in meinem Kopf. Aber streng genommen muss ihre Geschichte auch noch nicht so ganz vorbei sein. 

Eine Begegnung der dritten Art mit dem Notizbuch hatte ich schließlich noch im Januar. Vielleicht sollte man das grundsätzlich nicht tun, aber ich habe mir die ersten Plot-Notizen noch mal angeschaut und kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, was ich da eigentlich vorhatte und nicht geschrieben habe. Zum Glück. Tatsächlich stehen in dem Notizbuch ein paar Sachen, die waren mir so neu, als hätte ich sie nie aufgeschrieben. Kennt das jemand, wenn man sich ursprüngliche Ideen zu Geschichten anschaut und auf das eigene Geschreibsel nur noch mit einem recht fassungslosen „Oh“ reagieren kann? Jedenfalls war das „Oh“ dicht gefolgt von einem „Der Muse sei Dank, dass ich das da wieder vergessen habe“ und der Erkenntnis, dass es ziemlicher Mist geworden wäre, wenn ich es nicht vergessen hätte. Manchmal trickst einen der eigene Kopf eben ganz wunderbar aus und bei „Alice“ war das gleich mehrmals der Fall.

So kann also aus einer als „völlig egal“ geplanten Geschichte der Debütroman werden. Was jetzt zwar automatisch heißt, dass es sich mit der „völlig egal“-Einstellung erledigt hat, aber der Spaß ist geblieben. Mal sehen, wann das weiße Kaninchen mal wieder zum Tee vorbeikommt ...


Von wegen „weiß“. Wenn ich schon dabei bin, aus dem Nähkästchen zu plaudern, kann ich auch gleich noch den Grund anhängen, wieso „Projekt Alice“ am Ende einen englischen Titel bekommen hat. Mit dem Englischen lassen sich manchmal einfach die schöneren Spielereien veranstalten. Man kennt ja das weiße Kaninchen und auch den Satz „Folge dem weißen Kaninchen“. Jetzt spielt aber nicht nur das weiße Kaninchen eine Rolle in „Alice – Follow the White …“ sondern eben auch die Weißen Schatten, eine Sorte Untote, der Alice und ihre Begleiter begegnen.

Auf Deutsch hätte man jetzt „Folge dem weißen …“ nehmen können, dann denkt jeder automatisch „Kaninchen“. Oder „Folge den Weißen …“ und dann wäre die Frage vor Lesen des Buches gewesen „den weißen was denn bitte?“. Hätte außerdem bisschen seltsam ausgesehen, das „Weißen“ im Titel großzuschreiben, aber wegen „Weiße Schatten“ als fester Begriff … alles nicht so einfach.

Auf Englisch klappt das wiederum. Egal ob „den Weißen ...“ oder „dem weißen ...“, das ist alles „the white ...“. Deshalb hat der Titel auch drei Punkte bekommen, im Endeffekt fehlt tatsächlich noch ein Wort, und das ist nicht unbedingt „Rabbit“ ;-).

Montag, 13. März 2017

Montags-Wortsalat


Mein heutiger Vertipper des Tages. Ich nehme an, es ist nicht schwer zu erraten, was ich eigentlich schreiben wollte :-)





Übrigens ist Google da schlauer als die Autokorrektur. Google fragt nämlich, ob man vielleicht „Obstsorten“ gemeint hat, während die Autokorrektur das Wort ohne Einwände akzeptiert. Der Duden wiederum kapituliert einfach und stellt fest, dass es dazu keine Treffer gibt. Komm schon, Duden, der eine Buchstabe! Da habe ich die Rechtschreib-Bibel aber schon kreativer erlebt. Sachen gibt’s …