Freitag, 10. Juli 2015

FeenCon 2015 – Ein Wochenende in der FeenSauna



Wie jedes Jahr fand die FeenCon wieder in der Stadthalle in Bonn, Bad Godesberg, statt. Wegen einer Häufung von Widrigkeiten, die an einen gewissen Murphy denken lässt, wurde es letztes Jahr leider nichts mit dem Besuch – umso größer war die Vorfreude auf das diesjährige Con-Wochenende vom 04. bis 05. Juli!

 

Wer letztes Jahr auf der FeenCon war, hat hinterher vor allem von einem Thema berichtet: Es war verdammt heiß. Auch die Wettervorhersage für dieses Con-Wochenende war eindeutig: Heiß, heiß und noch mal heiß. Neben der Vorfreude auf ein Treffen mit vielen lieben und kreativen Menschen beschäftigte mich beim Packen für die FeenCon (die in meinem Kopf schon längst zur „FeenSauna“ geworden war) deshalb vor allem eins: Würde massiver Fächereinsatz gegen die Hitze helfen?


Die Fahrt verlief, dank Klimaanlage, noch unglaublich entspannt. Differenz zwischen Innentemperatur und Außentemperatur: knappe 15 Grad. Nun gut, ich hatte einen Fächer dabei, Sonnencreme und viel Wasser. Sollte gehen – irgendwie. Positiv denken. Es sind schließlich keine fünf Minuten zu Fuß vom Hotel zur Stadthalle Bad Godesberg. Auch weiterhin positiv denken, nachdem man das Hotel verlassen hat und sich die Hitze anfühlt, als würde man gegen eine Wand laufen. Schnell und ungebremst. 


In der Halle selbst war es dementsprechend bereits, sagen wir mal, verdammt warm – und unser Weg führte uns zielstrebig zum zweitheißesten Ort der Con, in den Brunnensaal. Es ging das Gerücht, wenn man diesen Raum wieder verlassen würde, käme einem das Foyer dagegen kühl vor. Wir haben uns diesen extremen Bedingungen aber mutig gestellt, um die Lesung von Fabienne Siegmund nicht zu verpassen – es hätte keinen besseren Ort für einen Roman geben können, der den Titel „Sommerkuss“ trägt. Aber tatsächlich hat Fabienne während dieser Stunde etwas geschafft, was bei wahrscheinlich über 40 Grad (trotz Fächer) eigentlich unmöglich erscheint: Schneeflockengedanken und Gänsehaut. 


Und wirklich kam uns das Foyer ein wenig kühler vor – für ungefähr eine bis maximal zwei Minuten. Aber noch war gerade erst eine Stunde FeenCon vergangen, also durchhalten. Und auf zur großen Begrüßungsrunde, die wieder einmal ein wenig größer geworden ist. Bei den Temperaturen hatte sogar Tom Daut die Priesterkutte über einen Bügel gehängt, trotzte der Hitze aber weiterhin in Stiefeln. Ziemlich tapfer, ich hätte das definitiv nicht geschafft. Und Tom setzte in punkto Durchhaltevermögen sogar noch einen drauf, schließlich hatte er am Abend einen wahren Lesemarathon vor sich. Noch war es aber bis zum Abend lange hin und die erste Runde durch die Halle noch nicht beendet. Überall traf man auf Fächer und nicht nur bei Fairy Pearls sogar auf Ventilatoren. 


Die Zeit verflog nur so in der FeenSauna, was bei den vielen netten Gesprächen kein Kunststück ist. Vor allem mit Sandra Baumgärtner kann man sich wunderbar über Hexen in Trier (und jede Menge andere Dinge) unterhalten. Dieses Mal auch endlich im richtigen Leben und nicht nur virtuell. Ein paar Schritte weiter blieb ich regelmäßig bei Sternenfuchs hängen, wo es wunderbare Bilder zu bestaunen gibt. Bilder waren auf dieser Con so oder so ein sehr gutes Stichwort, denn zum Anschauen gab es  bei vielen anwesenden Illustratoren unglaublich viel. Dieser Teil kam dieses Jahr leider ein wenig kurz – nächstes Jahr muss ich unbedingt mehr Zeit einplanen, um die Bilder, Zeichnungen, Skizzen und was es da noch so alles gibt, anzuschauen. 


Tatsächlich verging eine weitere Stunde FeenCon in gefühlten fünf Minuten.  Zeit, mal auszutesten, ob es draußen ein wenig besser auszuhalten wäre. Fazit: Ein kleines bisschen vielleicht, aber es war und blieb allgegenwärtig heiß. Bewundernswert waren dabei die Leute, die sich bei diesem Wetter noch schnell bewegten, nämlich in Form von Jugger. Nach unseren Beobachtungen vom Spielfeldrand zu urteilen, ein extrem lustiges Spiel für Teilnehmer und Zuschauer. Auf dem Weg zurück nach drinnen wäre ich dann fast in Stefanie Altmeyer hineingerannt. Dieses unerwartete Treffen zählte definitiv zu den schönen Überraschungen auf der FeenCon.


Nach einem kurzen Ausflug ins Hotel mit ein wenig neuer Energie zurück in die Stadthalle – um von Ann-Kathrin Karschnick mit einem Satz begrüßt zu werden, der prinzipiell immer toll ist, aber an diesem Abend förmlich Musik in meinen Ohren war: „Wollt ihr Eis?“. Um vorher noch etwas „Vernünftiges“ in den Magen zu bekommen, haben wir uns doch dem heißesten Ort der FeenCon genähert, dem Grill. Und danach Vanilleeis  - endlich was Kühles! 
An diesem Abend fand auch die wohl interessanteste Lesung der FeenCon statt, die sehr gut besucht war und sowohl die Zuhörer als auch die Autoren begeistert hat: „Die Irrlichter“ aus dem Verlag Torsten Low. Inklusive Live-Musik von der gleichnamigen Band. 
 

Mittlerweile waren gefühlt alle hitzebedingt ziemlich erledigt, doch glücklicherweise sanken jetzt auch draußen die Temperaturen ein wenig. Dafür lauerte dort eine ganz andere Gefahr: Blutdürstige Insekten. Dass Mücken stechen, war mir ja klar, dass sie sich am Arm festbeißen und versuchen, einen aufzufressen – das war mir neu. Seitdem steht die Frage im Raum, ob es vielleicht Vampirismus unter Fliegen gibt und wenn ja, ob es auch andere Insekten treffen kann …


Zurück in der Halle startete das Kügelchen seine eigene Besuchstour über die Con. Die offizielle WortTraumWeltenKugel musste schließlich mit nach Bonn. Wo sich Kügelchen überall niedergelassen hat, seht ihr auf den Bildern. Bei Sandra nahm es die „Chronik der Hagzissa“ genauer in Augenschein, mein erstes Lektorat für den Papierverzierer Verlag. 



Bei Sternenfuchs wurden aus den WortTraumWelten im Grunde BildTraumWelten und bei Fabienne gab es unter anderem ein Wiedersehen mit einem alten Freund – das Lektorat für „Goldstaub“ ging im Mai und Juni 2014 über die Bühne. 





Halbwegs Abkühlung gab es schließlich, ironischerweise, nach der zweiten Feuershow des Abends. Auf der Wiese sitzen, noch ein kühles Bier trinken – ein schöner Ausklang für den Con-Samstag.

 





Schließlich ging es  wieder zurück ins Hotel. Gefühlt in den Kühlschrank. Der aber irgendwie auch notwendig war, um die Gehirnzellen wieder auf eine angenehme Betriebstemperatur zu bringen.  




Sonntag, FeenSauna Teil zwei. 



Nach einer erholsamen Nacht im klimatisierten Zimmer (23 Grad – purer Luxus :-) ) machten wir uns bei bester Laune auf zu Tag zwei der Con. Auch das Kügelchen war wieder dabei und dieses Mal zu Besuch bei Fairy Pearls.



Danach wanderte es aber zurück in die Tasche, denn Papier, Wärme und Feuchtigkeit soll ja nicht die ideale Mischung sein …


An diesem zweiten Con-Tag wurde weiterhin viel geredet, gelacht und gefächelt. Dabei soll es aber auch zu diversen Ausfallerscheinungen gekommen sein: Wortfindungsstörungen bei so ziemlich allen, Unvermögen zum Kopfrechnen, Autorinnen mit Unheiligenschein und schließlich der absolute Totalausfall: Autorin und Lektorin vergessen in trautem Einvernehmen den Namen eines Buches, an dem sie zusammen gewerkelt haben (und das es noch nicht gibt, weshalb der Name hier verschwiegen wird). Er ist uns aber zum Glück schnell wieder eingefallen. 


Schließlich sprach es sich in der Halle herum, dass es gegen 17 Uhr ein Unwetter geben würde, was uns die Entscheidung, wann wir nach Hause fahren wollten, einfacher gemacht hat.  Den Abschied von der FeenCon und den Menschen dort aber absolut nicht. So waren auch die häufigsten Fragen: „Wo seid ihr denn dieses Jahr noch?" und  "Sieht man euch in …?" Die Planung für den Rest des Jahres steht schon :-)


Fazit: Den ganzen Spaß, den wir auf der FeenCon tatsächlich hatten, Wetter hin oder her, kann man gar nicht so richtig in Worte fassen. Und was dort so alles besprochen und ausgeheckt wurde, wird nicht verraten – aber man darf gespannt sein :-). Wie immer hat sich diese Fahrt nach Bonn also absolut gelohnt! Und weil nach der Con immer auch vor der Con ist, ist die Vorfreude auf den 16.-17. Juli 2016 bereits jetzt riesig!



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