Sonntag, 28. Februar 2016

Weihnachts-Schreibexperiment, Woche vier: Montag, 21.12.2015, bis Sonntag, 27.12.2015


Montag, 21.12.: Vollkommen unkreativ, dafür Dinge sortiert. Mehr Ordnung auf und in meinem Schreibtisch. Und abends den vielleicht entscheidenden Schubs für eine bisher sperrige Geschichte in einem Buch gefunden.

Dienstag., 22.12.: Schreibzeit. Mehr als eine Stunde richtige, echte Schreibzeit. Auch wenn es mehr Plotbastelei war. Eigentlich habe ich momentan echt Glück: Statt dass ständig neue Einfälle hereinschneien (besser gesagt, regnen, bei den Temperaturen) ist es mehr so, dass zu alten Geschichten die richtigen Puzzleteile dazukommen. Diese Woche trifft es eine, zu der es die ersten paar Seiten schon gibt, in mehreren Versionen. Und dann war Schluss. Irgendwie wollte diese Geschichte nicht, weil die Anfänge so nicht funktioniert haben, die Figuren so nicht funktioniert haben, schon gar nicht miteinander – ganz schlechte Voraussetzungen. Wenn die zwei Protagonisten, die sich irgendwann verstehen sollen, sich am Anfang der Geschichte praktisch mit verschränkten Armen ankucken, das Gesicht verziehen und sich am liebsten so weit voneinander aufhalten wie möglich – und zwar nicht auf die Art „Das wird noch“ sondern auf die Art „Die können gar nicht miteinander“ dann läuft ja irgendetwas schief. Ob eine dieser beiden alten Figuren jetzt für die neue Version bleibt, weiß die Geschichte noch gar nicht. Die neue Hauptfigur ist dagegen aus Versehen nach einer Katze benannt (will aber gar nicht mehr anders heißen) und hat mal gleich ihre komplette Familiengeschichte ausgeplaudert. Und nachdem die neue Vorgeschichte und der neue Plot mal aufgeschrieben waren, hat sich nahtlos die Stelle gefunden, wo es mit den alten Ideen „klick“ gemacht hat und plötzlich alles passt.

Also aktuell ist es ein Zustand von kreativem, entspanntem Chaos: Keine der Geschichten muss gerade wirklich, also kann ich sie machen lassen. Oder eben auch nicht.

Mittwoch, 23.12.: Bäumchen schmücken, vorher noch Aufhänger für die neuen Kugeln basteln und Geschenke verpacken. Nicht sonderlich schreibintensiv, aber Weihnachts-Stimmungs-intensiv :-)

Donnerstag, 24.12. (Heiligabend): Sehr viel Füße hochlegen und seitenweise Notizen machen. Und alles zu derselben Geschichte, die jetzt endlich die richtigen Hauptfiguren hat und funktioniert.

Freitag, 25.12. (Erster Weihnachtstag): Mit dem Tablet auf der Couch herumhängen und schreiben, weil man sonst absolut nichts tun muss – einfach toll :-). Es hat sich auch richtig gelohnt – mehrere tausend Wörter in gar nicht mal so viel Zeit. Und endlich hat es mal wieder geklappt, bei Vollmond einen Spaziergang durch den Park zu machen. Morgens um 2 Uhr, also eigentlich schon am 26.12. Die Burgruine bei Vollmond sieht schon verdammt hübsch aus.

Samstag, 26.12. (Zweiter Weihnachtstag): Weiterhin ganz viel Schreibzeit. Und dazu ein wenig Zeit zum Lesen. Das ruhigste Weihnachten seit Jahren und zum Schreiben bis jetzt wirklich ideal.

Sonntag, 27.12.: Und der nächste Lese- und Schreibtag. (Lesetechnisch: Das Phantom der Oper – endlich). Die eine Hauptfigur kann sich zwar noch nicht so ganz entscheiden, wie alt sie eigentlich sein möchte, und Hauptfigur Nummer 2 überrascht hin und wieder, weil sie mich daran erinnert, dass der Charakter anders reagieren muss, als ich das gerade tippen wollte – aber gut, dass meine Figuren selbst auf sich aufpassen. Wenn man irgendwann nach Mitternacht das Tablet ausschaltet und feststellt, dass man schon richtig viele Seiten hat, kann man auch zufrieden ins Bett gehen.


Fazit Woche vier:

So viel Zeit zum Schreiben wie schon ewig nicht mehr. Und zum Lesen auch noch. Das ging zwar nur, weil wir dieses Jahr über Weihnachten zu Hause waren und einfach mal nichts gemacht haben. Zumindest nichts, was unter „müssen“ gefallen wäre. Es hat sich gelohnt.

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