Montag, 21. März 2016

Leipziger Buchmesse 2016 – Kuscheln mit Zombies, gleich hinter Frankfurt




Donnerstag:



Der Hinweg lief erstaunlich gut und ohne Staus. So waren wir dann gegen 15 Uhr im Hotel und vielleicht eine Stunde später auf der Messe. Der erste Weg hat in die Halle 2 geführt, wo wir Sandra Baumgärtner getroffen haben und umgehend bei WerkZeugs im Autorenbereich gelandet sind. Der wurde praktisch zum Mittelpunkt der Buchmesse und ich wüsste nicht, was ich ohne die Versorgung mit Cola, Vitaminen und Kaffee gemacht hätte – riesengroßes Dankeschön an das ganze Team!

Kurz darauf ging es in die Halle 3 und zum Stand vom Papierverzierer-Verlag, wo wir uns den Rest der Zeit vor allem mit Mario Steinmetz verquatscht haben und mit Schemajah Schuppmann über ein ganz tolles Projekt geredet haben, das während der Messe praktisch ständig gewachsen ist. Man könnte auch sagen, der Autorenfang zusammen mit Sandra Baumgärtner war erfolgreich.

Abends ging es dann zum Essen in die Stadt und leider blieb das das einzige bisschen Leipzig, was wir uns angeschaut haben. Nächstes Mal gibt es hoffentlich mehr davon. Auf dem Rückweg haben wir immerhin vom Auto aus noch das Völkerschlachtdenkmal bewundern können.

Gelernt haben wir an diesem Donnerstag auch ein paar wichtige Dinge: Egal, um welche Stadt es geht, sie liegt hinter Frankfurt. Irgendwie. Und wenn im Teutoburger Wald keine Schlachten stattfinden, dann spielt man dort Fußball.

Freitag:

Der erste richtige Messetag. Um kurz vor 10:00 Uhr angekommen und erst einmal in aller Ruhe einen Kaffee getrunken. 

Das Kügelchen mit verdammt gutem Messe-Kaffee

Stephan Lössl bei der Gedenklesung für Aileen P. Roberts
Dann auf zu Halle 3 und ziemlich schnell war es auch Zeit, um zur ersten Lesung zu gehen: Der Gedenklesung für Aileen P. Roberts (Claudia Lössl) auf der Leseinsel Fantasy. Ihr Mann Stephan Lössl hat aus einigen ihrer Bücher vorgelesen und die Lesung mit Lieblingsgedichten von ihr begonnen und beendet. Trotz traurigem Anlass eine schöne Lesung und eindeutig der emotionalste Moment der Buchmesse. Leider habe ich Claudia nur flüchtig gekannt, doch nach dem letzten kurzen Treffen hatte ich mich schon sehr auf das nächste gefreut – zu dem es dann leider nicht mehr kommen sollte.
 



Nach dieser Lesung konnten wir bei WerkZeugs unsere eigenen, offiziellen Bändchen abgreifen und haben uns auch an diesem Freitag immer mal wieder dort ausgeruht.
Die hübschen Bändchen von WerkZeugs


Die nächste Lesung gab es dann um 15:00 Uhr: Christoph Hardebusch mit Van Canto – sehr toll, einfach mal was anderes und das Konzept von Roman und Album klingt als Musik-Junkie ja praktisch unwiderstehlich :-)


Christoph Hardebusch und Van Canto
Der Plan war ja auch eigentlich, sich ein bisschen die Messe anzuschauen, aber letzten Endes war Essen erst einmal wichtiger. Das kam während der kompletten Messe doch recht kurz, aber wer braucht schon Frühstück oder Mittagessen, wenn man Geschichten haben kann.

Der erste Anfall des berüchtigten Messewahns griff dann später, zurück bei Papierverzierer (unter Einfluss von Likör), um sich. Auf Sandra Baumgärtners Aussage „Diese Typen, die immer dem Licht folgen …“ habe ich an diese flatternden Wesen gedacht, die nachts unterwegs sind, mit den gemusterten Flügeln … und voller absoluter Überzeugung platzte es dann heraus: „Klar, Glühwürmchen!“

Nächstes Anzeichen für Messewahn: Am Abend im Hotel das Wort „Buchvorlage“ zweimal komplett ignorieren. Normalerweise, wenn ein Film mit Buchvorlage läuft, fange ich ja direkt an zu googeln. Dieses Mal hat es gerade noch für ein „Hmm …“ gereicht. Ich behaupte jetzt einfach mal, der Schlafmangel war schuld …


Samstag:

Der Tag mit den meisten Besuchern. Und mit einem weiteren Highlight: Die Ansichtsexemplare meiner ersten Übersetzung „Zombies weinen nicht“ lagen bei Papierverzierer im Regal, mit einem absolut geilen Poster darüber und „in echt“ noch viiiiieeeel schöner, als auf Bildern. Ich hätte ja nicht gedacht, dass es so ein tolles Gefühl sein kann, mit Zombies zu kuscheln :-). 



Wenn wir nicht in Halle 3 waren, sind wir relativ lange bei WerkZeugs dem Trubel ausgewichen. Immerhin gab es da Hocker zum Sitzen und viele Gelegenheiten, sich zu unterhalten. Beispielsweise mit Gesa Schwartz über die berechtigte Frage, warum man an manchen Orten immer noch so seltsam angeschaut wird, wenn man fröhliches Schwarz trägt.

Sehr spannend war auch der Moment, als Wolfgang Hohlbein ein original handgeschriebenes Manuskript an Karsten Wolter überreichte, der es zu einem guten Zweck versteigern wird. Eine richtig tolle Sache, man darf gespannt sein.



Karsten Wolter mit dem Originalmanuskript von Wolfgang Hohlbein
Im Grunde sind wir wieder zwischen den Hallen 2 und 3 gependelt. Und wie es bei Anwesenheit von Tom Daut gerne mal passiert, wurden aus völlig harmlosen Wörtern missverstandene Wörter, die hier zensiert werden, damit alles jugendfrei bleibt. Man kann aber durchaus erwähnen, dass es zu lautem Gelächter am Papierverzierer-Stand geführt hat.

Auch wenn wir am Samstag wieder von Anfang an da waren, ist der Tag noch schneller vorbeigerauscht als der Freitag. Wieder wurden viele tolle Pläne gemacht und diverse Menschen freuen sich jetzt noch mehr auf ein ohnehin absolut geniales Projekt, aber noch dauert es ein bisschen.

Immerhin kam ich samstags dazu, bei WerkZeugs noch ein paar Bücher einzukaufen. Auf der Buchmesse zu sein und keine Bücher mit nach Hause zu bringen, geht schließlich nicht. Um 17:30 Uhr am Messe-Samstag darf man ja langsam etwas durcheinander sein und Buchtitel, Reihentitel und Aussehen des Covers gleichzeitig vergessen … Immerhin ist mir der Autor noch eingefallen und Karsten konnte mir helfen :-).
Für nächstes Jahr bin ich dafür, dass es Schilder oder T-Shirts gibt nach dem Motto „Es ist Samstag in Leipzig – mein Kopf ist außer Betrieb“ oder so.

Die neu erworbenen Büchertüten knuddeln - wie sich das gehört.
Zurück im Hotel haben wir uns dann von Sandra Baumgärtner verabschiedet, die sich am Sonntag schon früh auf den Heimweg machen würde. So langsam setzte dann dieses „Schon wieder vorbei ???“-Gefühl ein. Oder, wie Tom Daut das ausdrückte: „Leipzig – die schnellsten vier Tage im Jahr.“

Sonntag:

Dass es mit genug Schlaf nichts wurde, muss ich nicht mehr erwähnen, oder? Also auf zum letzten Messetag.

Am Stand von Papierverzierer blieben wir erst mal eine ganze Weile hängen, also wurde aus unserem Plan, kurz guten Morgen zu sagen und dann vielleicht doch noch ein bisschen Messe anzuschauen, nichts. Auch egal. Danach noch mal ab zu WerkZeugs, noch ein bisschen mit Tom Daut und Heike Schrapper darüber quatschen, warum man beim Schreiben eigentlich nicht merkt, wie die Zeit vergeht - und dann mussten wir uns auch schon verabschieden. Auf dem Rückweg haben wir immerhin noch ein paar Fotos für den UBV in Halle 5 schießen können und plötzlich war die Buchmesse für uns vorbei.

Am Ende sind wir wieder heil und fröhlich zu Hause angekommen und haben das Wochenende mit dem Glas Wein ausklingen lassen, auf das wir uns seit der Abfahrt in Leipzig gefreut haben.

Insgesamt war es ein absolut irres, spaßiges, anstrengendes und geniales Wochenende und wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr. Ganz viele tolle Menschen, viel Gelächter, richtig guter Kaffee und all die tollen Bücher – wunderbarer Zustand. 


Viele Grüße an alle, wir sehen uns nächstes Jahr (hinter Frankfurt) ;-) .




Kreatives Quatschen mit Mario Steinmetz und Henning Mützlitz Christoph Hardebusch und Van Canto

Verleger bei der Arbeit Viel los bei WerkZeugs Dieses Grinsen hat einen Grund: Der erste Kaffee des Tages


Das Kügelchen auf Sandra Baumgärtners Schiffchen Guckt mal professionell!


Ann-Kathrin Karschnick bei ihrer Phoenix-Lesung Tom Daut beim Lesen - immer wieder ein Erlebnis


Tom Daut zum Zweiten ... und zum Dritten. Autorin bei der Arbeit


Das Original-Manuskript von Wolfgang Hohlbein zum Zweiten ... ... und hier die erste Seite. Noch eine Autorin bei der Arbeit - oder auch: Kuddel being Kuddel

Noch mal Zombies kuscheln Das schwierigste Bild der ganzen Messe - jetzt bloß nicht lachen ... Noch mal Bücher knuddeln

Mario Steinmetz mit seinem "666" am Verlagsstand

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