Montag, 12. September 2016

Phantasie und Mittelaltertage 2016 – Autoren-Interferenzen bei strahlendem Sonnenschein



Bisher war der Sommer ja eher ins Wasser gefallen. Da musste man natürlich darauf vorbereitet sein, dass es auch an den diesjährigen Phantasie und Mittelaltertagen kalt und womöglich auch nass werden würde. Um für alle Kälteeinbrüche gerüstet zu sein, wurden also Pullis und Jacken für das Wochenende im Saarland eingepackt. Zum Glück hat der Wetterbericht aber manchmal auch recht und unverhofft kommt öfter, als man denkt.

Schon am Freitag war es im Deutsch- Französischen Garten überraschend warm und die Laune bei allen Beteiligten bestens. Die Besucher waren am ersten Tag zwar noch nicht ganz so zahlreich, es war aber definitiv schon einiges los und die Stimmung richtig gut.


Der erste Weg führte uns natürlich zum Drachenwinkel-Stand, um all die Büchermenschen zu begrüßen. Die Besetzung war zwar nicht die übliche, das Drachenwinkel-Team hatte schließlich die wichtige Mission, das M’era Luna-Festival mit Büchern zu versorgen, aber an der Kombination Bücher und nette Menschen hat sich grundsätzlich nichts geändert.
Zwischen Bekannte treffen und sich entsprechend immer wieder verquatschen war auch noch Zeit, um über den Markt zu bummeln. Das war auch gut so, denn alles gesehen hat man bei dem weitläufigen Gelände so schnell nicht. Viele unterschiedliche Stände, Heerlager, die Ork-Truppe und immer wieder Musik dazwischen, nicht nur auf der Hauptbühne – da war es schon gar nicht so einfach zu entscheiden, wo man zuerst hingehen sollte.
Die Zeit verging deshalb auch wie im Flug und schließlich sind wir nach einem ziemlich entspannten Freitag zurück nach Hause, um bei klarem Himmel noch etwas vom diesjährigen Perseiden-Schauer mitzubekommen. Dazu hatten wir nahezu luxuriöse Bedingungen: Campingstühle in die Einfahrt stellen und ungestört von Straßenlaternen in den Himmel schauen. Ein wenig Genickstarre gibt das zwar früher oder später schon, aber es hat sich gelohnt: Bei sternenklarem Himmel gab es noch einige wunderschöne Meteoriten zu bewundern.

Am Samstag ging es dann wieder nach Saarbrücken, dieses Mal bei strahlendem Sonnenschein und richtig sommerlichen Temperaturen. Das Wetter hatte auch schon deutlich mehr Besucher angezogen als am Freitag und so war ordentlich was los im Deutsch-Französischen Garten.

 Eins der Highlights an diesem zweiten PMT-Tag war eindeutig die Lesung von Anja Bagus aus der Anthologie „Mütter“. Aus Spoiler-Gründen wird hier sonst nichts verraten – aber es hat verdammt viel Spaß gemacht, zuzuhören.
Bei den Lesungen war zwar kurzfristig der Plan durcheinandergewirbelt worden, aber am Ende hat alles super geklappt und wirkte, als wäre alles nach Plan gelaufen. Die Mischung war insgesamt richtig gut, für absolut jeden etwas dabei, von Kindern bis zu Erwachsenen. 



 



Den Auftritt von „The Velvet Serpents“ mussten wir uns natürlich auch anschauen, und nicht nur mir ging kurz der Gedanke durch den Kopf, ob es auf den Steinen vor der Bühne nicht viel zu heiß war, um barfuß zu tanzen. Falls dem so war, hat man es der Truppe nicht angemerkt. Der Auftritt war super und die knallbunten Kostüme haben das Indien-Motto der diesjährigen Phantasie und Mittelaltertage perfekt aufgegriffen. Insgesamt haben wir uns drei der Auftritte am Wochenende angeschaut – einmal reicht da eben nicht.




Büchertechnisch wurde ebenfalls richtig viel ausgeheckt, aber wie das mit spannenden Plänen ja meistens so ist, müssen sie erst einmal eine Weile geheim bleiben. Tatsache ist aber, wir werkeln weiterhin fleißig an einem absoluten Knaller und es dauert auch nicht mehr bis zu den nächsten Phantasie und Mittelaltertagen, bis die Katze aus dem Sack darf ;-).



 Am Samstagabend stand dann ein weiteres Highlight auf dem Programm, das zwar nichts mit Büchern zu tun hat, aber genauso fesseln kann wie eine gute Geschichte: Die Feuershow der Societas Draconis. Mittlerweile ist die Societas Draconis tatsächlich dabei, ihr zehntes Jubiläum zu feiern, und nachdem ich mal kurz nachgerechnet habe, kam ich zu der Erkenntnis, dass ich zum ersten Mal vor zehn Jahren einen ihrer Auftritte gesehen habe. Und seitdem immer wieder. Und jedes Mal bin ich begeistert und die eine oder andere Geschichten-Idee taucht im Kopf auf …


Zum Abschluss gab es schließlich noch ein Feuerwerk und dann ging es mit bester Laune wieder nach Hause. Solche Veranstaltungen entwickeln im Dunkeln ja noch einmal eine ganz eigene Atmosphäre, wenn überall Laternen, Kerzen und Fackeln brennen, statt der typisch städtischen Neon-Beleuchtung, die man so gewohnt ist. Da macht der Weg zum Ausgang noch mal Spaß und weckt die Vorfreude auf noch einen Tag. 



Der Sonntag war zwar noch nicht der letzte Tag der Phantasie und Mittelaltertage, wir würden am Montag aber nicht mehr hinfahren, also: Den letzten Tag noch genießen. Das Wetter hielt weiterhin und wir kamen endlich dazu, uns auch die letzten Ecken des Geländes anzuschauen. Dabei fiel dann auch mal so richtig auf, wie groß das ganze Areal ist. Trotz wirklich vieler Leute wurde es einfach nicht zu voll, höchstens mal kurzzeitig auf dem Hauptweg. Auch bei vielen Besuchern ist ausreichend Platz, weil sich die Menge verteilen kann. Eine sehr praktische Sache, richtiges Gedränge kam eigentlich nicht auf, obwohl es eine Menge Leute zu den PMT gezogen hat.
Eine weitere praktische Sache ist das viele Wasser, das durch den Deutsch-Französischen Garten fließt: Bei dem vielen Herumlaufen ist es wirklich Luxus, hin und wieder die Füße einfach in den eiskalten Bach stellen zu können.



Kurz bevor es am Sonntagabend dann wieder nach Hause gehen sollte, gab es noch eine bahnbrechende Erkenntnis. Janika Hoffmann und ich kamen endlich auf die Erklärung dafür, warum bei solchen Veranstaltungen auch immer wieder Wortfindungsstörungen auftreten: Bei mehreren Autoren, die tagelang auf engem Raum zusammenhängen, kommt es irgendwann zu den sogenannten Autoren-Interferenzen. Man funkt sich sozusagen gegenseitig mit den Kreativitätswellen dazwischen und irgendwann kommen solche Sachen dabei raus wie „wir müssen uns vermützen“ (oder so ähnlich). In aller Regel verstehen wir uns aber alle trotzdem :-).


Auch am Sonntag ließen wir uns zum Abschluss die Feuershow nicht entgehen und sie war sogar, obwohl weniger Andrang herrschte als am Abend davor, noch ein Tickchen besser. Noch ein Fall, in dem man sich die Show besser einmal mehr als einmal weniger anschaut.

Insgesamt waren die Phantasie und Mittelaltertage wieder viel zu schnell vorbei. Wir hatten drei Tage bei fantastischem Wetter, total entspannt und stressfrei und mit vielen Menschen, die man zu selten sieht. Und dazu noch mit leckerem Metbier und am Samstag sogar mit einer Runde Eis für alle – genau das Richtige bei dem Wetter. Die Mischung aus Büchern, Geschichtenschnipseln, Musik und den richtigen Menschen hat riesigen Spaß gemacht und trotz großer Pläne, an denen fleißig gebastelt wurde, und ständigem Verquatschen bin ich sogar dazu gekommen, ein paar Seiten an einer Geschichte weiter zu schreiben. Wieder mal erweisen sich Notizbücher als extrem tolle Sache :-). Besser kann so ein Wochenende praktisch nicht laufen und zum Glück steht ja auch der Termin für das nächste Jahr schon.

Zum Abschluss noch mal viele Grüße an: Sandra Baumgärtner, Stefanie Altmeyer, Ann-Kathrin Karschnick, Mario Steinmetz, Schemajah Schuppmann, Janika Hoffmann und Anja Bagus. Und natürlich in den Drachenwinkel und an alle anderen, die wir an den drei Tagen getroffen haben!


 





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