Donnerstag, 27. Oktober 2016

Frankfurter Buchmesse und BuCon, Teil 2: BuCon, Samstag, 22.10.16, dieses Jahr schrankenlos


Zu den Highlights zählt definitiv der gesamte Samstag auf dem BuCon in Dreieich. Aus Phantastik-Sicht ist das nicht nur ein Wochenend-Highlight, sondern ein Jahres-Highlight. (Das „Jahres-Highlight“ war übrigens mal das „Highlicht“, das man hier findet.). Grundsätzlich kann man den Tag jedes Jahr in einem einzigen Satz zusammenfassen: All die tollen Menschen aus dem phantastischen Bücherzirkus, zu wenig Zeit und soooo viele Bücher :-).

Die BuCon-Mitbringsel dieses Jahr


Der Tag begann zwar mit einem Fehlstart, aber schließlich waren wir doch auf dem Weg nach Dreieich und hatten schon die erste Sensation: Die berühmte Bahnschranke, die sonst so ziemlich jeden Besucher eine Ewigkeit aufhält, war tatsächlich offen. Unglaublich. 

Und sie mögen sich doch ;-)





Im Bürgerhaus waren wir dann quasi noch gar nicht richtig angekommen, als wir schon angefangen haben, uns mit den ersten Leuten, in dem Fall Mario Steinmetz, Tom Daut, Heike Schrapper und Thomas Lohwasser, zu verquatschen. Man hat ja nie auch nur annähernd Zeit, um lange genug mit jedem zu reden, trotzdem gab es tolle Gespräche, unter anderem zu ganz spannenden neuen Projekten. 




Nach dem Gruppenfoto vom Verlag Tosten Low kamen dann ganz neue Erfahrungen für mich dazu:
Zuerst das Gruppenfoto mit Fabienne Siegmund, Vanessa Kaiser und Thomas Lohwasser zu unserem Gemeinschaftsprojekt „Herbstlande“. Natürlich mit Buch. Anschließend durfte ich dann die ersten Bücher signieren. Spannende Sache :-). Von dem Buch, um das es geht, gibt es selbstverständlich auch ein Bild mit Kügelchen: 





Der meistgesagte und –gehörte Satz an diesem Samstag war gefühlt ein „Moment, ich bin gleich wieder da“, weil es wieder das übliche turbulent-bunte Familientreffen war, bei dem man zwischendurch ganz schnell von A nach B huschen musste, um auch wirklich alle zu erwischen, mit denen man schnell noch was besprechen muss. Oder ein Foto machen muss. Oder einfach mal kurz Hallo sagen. Oder, oder, oder … Wie gesagt, so viele Leute, so wenig Zeit. 


 


Zeit war auch mein diesjähriges Stichwort für die Lesungen. Ich hatte die Wahl zwischen mehreren Optionen, die irgendwie alle nicht sinnvoll waren: Nonstop in Lesungen sitzen und dabei eine Tardis brauchen, um rechtzeitig von einer zur anderen zu kommen oder aussuchen müssen, welche ich besuchen würde und welche nicht. Letzten Endes habe ich beschlossen, gar keine Lesung anzuschauen, weil ich dann auch nicht mehr entscheiden muss, welchen tollen Autoren ich zuhöre und welche genauso tollen ich verpasse. In dem Fall habe ich also alles an Lesungen verpasst, aber sonst hätte ich auch noch weniger Zeit zum Quatschen gehabt. So konnte ich mich wenigstens mit Stefanie Bender und Stephan Lössl noch ein bisschen unterhalten und mit Fabienne Siegmund Projekt-Pläne basteln. 







Ein Lesungs-Highlight ganz ohne Lesung hatte ich trotzdem: Am Abend erzählte mir Mario Steinmetz, dass er mitten in seiner Horror-Lesung lachen musste, weil im Text ein eigentlich völlig normales Wort vorkommt, das sich aber zu einem Insider entwickelt hat. Also, wenn jemand auf der nächsten Messe „Flurtür“ sagt und daraufhin ein paar Leute anfangen zu lachen – das sind dann wir :-)

Der Türen-Insider nahm seinen Anfang übrigens hier. Und was noch daraus werden wird … man darf gespannt sein. 




Wie das auf Messen so ist, wurde es, je später es am Abend wurde, desto chaotischer. Am Papierverzierer-Stand wurde die zwischenzeitliche Abwesenheit des Chefs mal schnell von Mario Steinmetz und Laurence Horn genutzt, um erst eine Art „Do it yourself-Cover-Workshop“ zu veranstalten und dann gesellte sich noch Dennis Frey dazu, um den „Messe-Koller“ auszuleben (keine Angst, es wurden keine Bücher verletzt).

Wie baue ich in einfachen Schritten ein Buchcover ...

Scheint geklappt zu haben :-)



Bei der Preisverleihung des Deutschen Phantastik-Preises ging es dann aber wieder ganz ordentlich zu. 

Die Sieger 2016:

Bester deutschsprachiger Roman: Susanne Pavlovic: Feuerjäger 1 – Die Rückkehr der Kriegerin (Amrûn)
Bestes deutschsprachiges Romandebüt:  Faye Hell: Keine Menschenseele (Amrûn)
Bester internationaler Roman: Terry Pratchett: Die Krone des Schäfers (Manhattan)
Beste deutschsprachige Kurzgeschichte: Oliver Plaschka: „Das öde Land“ (aus: Das öde Land [Low])
Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung: Die dunkelbunten Farben des Steampunk (Art Skript Phantastik)
Beste Serie: Nicole Böhm: Die Chroniken der Seelenwächter (Greenlight Press)
Bester Grafiker: Alexander Kopainski
Bestes Sekundärwerk: Alex Jahnke & Clara Lina Wirz: Das große Steampanoptikum (Edition Roter Drache)




Und damit war der BuCon 2016 auch schon wieder gelaufen. Ab zum Abendessen und danach ab nach Hause in dem Versuch, mal ein bisschen Schlaf zu bekommen, während der Messe-Wochenenden soll so was ja selten sein.

Auf dem Heimweg hatten wir dann aber tatsächlich noch ein letztes Ereignis, das so was von erwähnenswert ist: Die Bahnschranke war tatsächlich schon wieder offen. Ganz ehrlich, so viel Glück hat man normalerweise einfach nicht. Falls sich jetzt jemand fragt: „Was will die die ganze Zeit mit ihrer blöden Bahnschranke?“ – ja, es ist nur eine blöde Bahnschranke. Aber fragt mal die BuCon-Besucher danach. Die wissen alle, was ich meine :-).

Kommentare:

  1. Hallo Stephanie,

    ein Klassebericht. Was zu erwähnen wäre. Es handelte sich ja nicht nur um einen Cover-Workshop. Hintergrund war ja, dass die Druckerei mein Buch nicht geliefert hat und Mario nach Fertigstellung des "Do it yourself-Covers" sagte: "Wieso. Dein Buch ist ja doch da!"

    War klasse, dich getroffen zu haben :-)
    Viele liebe Grüße
    Laurence

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  2. Hi Laurence,

    dankeschön!

    Mensch, ich wollte doch jetzt niemandem verraten, dass dein Buch gar nicht auf der Messe war ;-).
    Wir müssen diese spaßige Runde unbedingt wiederholen. Mit Buch!

    Liebe Grüße und schönes Wochenende

    Stephanie

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