Freitag, 28. Oktober 2016

Frankfurter Buchmesse und BuCon, Teil 3: FBM, Sonntag, 23.10.16



Hatte ich etwas von Schlaf gesagt? Joa, Pustekuchen. Genug ist was anderes, aber es gibt ja diese herrliche Erfindung namens Kaffee, die die Welt wieder in Ordnung bringt :-). Der Weg nach Frankfurt und auf die Messe lief wieder völlig reibungslos. Auf der Messe selbst war natürlich viel mehr los als am Freitag, trotzdem hatten wir noch Zeit, um uns am Papierverzierer-Stand mit den anderen Buchverrückten zu unterhalten und später noch einmal durch die Hallen 3.0 und 3.1 zu bummeln. 
 
Gleichzeitig brach am Sonntag aber auch so richtig der berühmt-berüchtigte Messe-Wahn aus und es wurde tatsächlich immer spektakulärer. Den Anfang machte Mario Steinmetz, der mit einem denkwürdigen Dialog vom Mittagessen zurück kam, den darf man einfach nicht unter den Tisch fallen lassen.
Die Rede ist von zwei Damen, beide weit jenseits des Teenageralters, Mutter und Tochter, die sich angeregt über die anderen Buchmesse-Besucher unterhalten haben. Dabei fielen dann folgende Sätze, die ihren Anfang damit nahmen, dass eine der beiden Damen die andere danach fragte, was „das eigentlich für komische Leute“ wären und dabei auf die Cosplayer deutete … Also, machen wir das mal ordentlich in Dialogform:

„Was sind das da denn für komische Leute?“
„Das sind diese Gothics.“
„Ist das denn bequem? Laufen die immer so rum?“
„Ja ja, die laufen immer so rum.“
„Aber dann finden die doch nie Arbeit, wenn die so rumlaufen.“
„So ist das ja auch. Ich weiß gar nicht, was die hier machen. Die lesen ja sowieso nicht.“

Also, liebe Kinder: Gothics laufen in bunten Kostümen herum und lesen nicht. Davon waren beide Damen fest überzeugt, während der arme Mario als Horror-Autor in seiner komplett schwarzen Kleidung und mit entsprechendem Szene-Hintergrund versucht hat, weder zu lachen noch den beiden zu erklären, in wie vielen Punkten sie jetzt eigentlich grandios danebenlagen … (Ich weiß jetzt übrigens nicht, wer mir mehr leidtut: Die echten Gothics oder die Cosplayer. Beide Gruppen ungefähr gleich, schätze ich ...)
Über Autoren hatten die beiden Damen übrigens auch noch eine Menge zu sagen. Große Verlage stellen sich nämlich sowieso keine unbekannten Autoren ins Regal und auch sonst interessiert sich für die auch keiner. Damit wären dann ja endgültig alle Klarheiten beseitigt … Man muss ihnen ja lassen, dass sie zumindest in Bezug auf die Sache mit den großen Verlagen recht hatten. 
 
Aber damit war der Sonntag ja noch nicht vorbei. Auf einer kurzen Runde alleine durfte ich noch live erleben, wie der Grüffelo bei den Warrior Cats vorbeischaute, um (vermutlich) Photobombing zu betreiben, während ein paar Schritte weiter eine Mutter zu ihrem Kind sagte: „Schau mal, da kannst du Katzenfotos machen.“ Das Gesicht von dem Kind beim Anblick dieser seltsamen Katze, die sich in den Kulissen für die Warrior Cats-Fotos herumtrieb, habe ich leider nicht gesehen. 


Wir hatten also wirklich viel Spaß auf der Messe und haben insgesamt viel gelacht, aber einen Moment gab es noch gegen Ende, der schlägt fast alles andere. Kurz vor dem Endspurt waren wir am Sonntag noch mal draußen, das Abbauen und Verladen war teilweise schon im Gange. Ein junger Messe-Besucher, noch nicht ganz im Teenager-Alter, fragte seine Mutter: „Warum stehen denn hier so viele Bücher herum?“. Tja, das konnten wir uns auch nicht erklären …

Das war dann quasi das Schlusswort zur Buchmesse. Kurz darauf war die Messe offiziell beendet und wir mussten uns erst mal von allen verabschieden, zum Glück sehen wir einen Teil der Leute gefühlt nächste Woche ja schon wieder. Die Zeit rast ja und gegen Jahresende wird es nicht langsamer. 


Das angebliche Messe-Chaos, vor dem ich vielfach gewarnt wurde, hatten wir tatsächlich überhaupt nicht. Auch am Sonntag, mit Parkhaus und Shuttle-Bus, lief es genauso entspannt  wie am Freitag. Wobei das wohl auch daran gelegen hat, dass wir zufällig beide Male diese wunderbar wenig genutzten Seiteneingänge genommen haben, da war einfach nicht viel los.
Am Ende musste ich dann doch noch meine bisher gehörten Messe-Klischees mit der Realität vergleichen: Chic anziehen, viele Bücher, Prosecco trinken, Verkehrschaos, keine Bewegungsfreiheit mehr. Chic angezogen stimmt teilweise tatsächlich. Aber auch nur teilweise. Viele Bücher – definitiv. Prosecco hätte ich auf der Messe jetzt nicht gesehen, aber ich habe auch ehrlich gesagt nicht versucht, welchen zu finden. Den Spaß haben wir uns dann zu Hause gegönnt, um wenigstens zwei Messe-Klischees erfüllt zu haben. Die Sache mit dem Verkehrschaos ging nämlich genauso an uns vorbei, wie die nicht mehr vorhandene Bewegungsfreiheit in den Gängen. War wahrscheinlich einfach Glück.
Bei so vielen Büchern hatte ich ja schon befürchtet, ich wäre nach der Buchmesse pleite. Zu den beiden Büchern aus Dreieich kam dann in Frankfurt aber noch genau ein einziges dazu:




Abgesehen von Büchern bringt man von Messen aber auch immer ganz viele Ideen mit nach Hause. Und die schreiben sich nicht von selbst. Also, genug Messebericht, war ohnehin ausführlich genug, und das war nur das, was ich auch erzählen darf ;-). Die Geheimnisse werden erst in Zukunft gelüftet …

In diesem Sinne: Bis nächstes Jahr, wenn wieder aus völlig unbekannten Gründen ganz viele Bücher in Frankfurt herumstehen und in Dreieich alle Flurtüren (und hoffentlich auch Bahnschranken) wieder offen sind :-).


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